dopingopfer der ddr


http://www.netzeitung.de/sport/olympia2006/378831.html

NOK attackiert Birthler 23. Jan. 2006 

Das NOK hat vehement sein Interesse an der Aufdeckung von ehemaligen Stasi- Mitarbeitern bei den Winterspielen bekräftigt. Marianne Birthler hatte dies bezweifelt.

Im Streit um die Aufdeckung von möglichen Stasi- Mitarbeitern hat das Nationale Olympische Komitee (NOK) für Deutschland seine Position vehement verteidigt und die Bundesbeauftragte Marianne Birthler attackiert. Das NOK habe entgegen der Angaben der Birthler-Behörde für Stasi-Unterlagen 162 statt 126 Offizielle für die Olympischen Winterspiele in Turin überprüfen lassen. Zudem ziele das NOK in keiner Weise auf öffentliche Wirkung ab, sagte NOK-Generalsekretär Bernhard Schwank am Montag.

NOK beschreibt Vorgehensweise

In der Frage des zu überprüfenden Personenkreises gehe das NOK sogar über gesetzliche Vorgaben hinaus, verteidigte sich die Noch-Dachorganisation des deutschen olympischen Sports. Denn das NOK hatte neben den obligatorisch zu prüfenden Mitarbeitern und Funktionären mit leitenden Funktionen darauf bestanden, dass alle anderen zukünftigen Mitglieder des Olympia-Stabes für Turin selbst entsprechende Anträge stellen sollen.

Die Ergebnisse liegen dem NOK vor. «Alle Antwortschreiben tragen den Briefkopf der Behörde», sagte Schwank. Bewertet werden die Unterlagen nun noch von der unabhängigen Stasi- Kommission von NOK und Deutschem Sportbund (DSB). Die Entscheidungsgewalt obliegt dem NOK- Präsidium, das am 25. Januar in München zusammenkommt.

Birthler hatte am Wochenende deutliche Zweifel an der Motivation für das Vorgehen geäußert. «Ich glaube nicht, dass ohne die öffentliche Aufmerksamkeit die Überprüfung so gelaufen wäre, wie sie jetzt läuft», sagte Birthler. Es würde ja ein vermeidbarer Schaden eintreten, wenn Journalisten feststellen müssten, dass belastete Funktionäre in Turin vor Ort seien, meinte die Bundesbeauftragte.

Falsche Zahl ein Versehen

Er weise diesen Vorwurf «entschieden zurück», konterte Schwank nun. «Die Überprüfungen seien bereits im Sommer 2005 eingeleitet und vom NOK erstmals im Dezember 2005 auf Anfrage eines Journalisten bestätigt worden. Bei der von der Behörde genannten Zahl von 126 überprüften Mitgliedern des Olympia-Stabs handele es sich zudem »vermutlich um ein Versehen«.

Vor dem vom NOK skizzierten Hintergrund halte er es für unangemessen, »wenn Frau Birthler das NOK pauschal in einem Atemzug mit anderen Verbänden nennt, die möglicherweise aus der Sicht der Bundesbeauftragten kein wahres Interesse an der Stasi-Aufarbeitung haben«, sagte Schwank.

Birthler hatte eine echte Absicht an der Aufdeckung und Ahndung von möglichen Spitzeldiensten für den Staatssicherheitsdienst der ehemaligen DDR teilweise in Frage gestellt. »Einige Sportverbände tun sich immer noch schwer mit der Vergangenheit«, hatte sie gesagt. (nz)

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